Verfahren gegen Tauschbörsennutzer ist der falsche Weg
08.06.2004: Zu den beiden bekannt gewordenen Opfern der Klagewelle des Phonoverbandes
erklärt Markus Beckedahl, Vorsitzender des Netzwerk Neue Medien:
Zur Verurteilung eines Tauschbörsennutzers auf Betreiben
des Phonoverbandes erklärt Markus Beckedahl, Vorsitzender Netzwerk
Neue Medien:
"Es ist traurig, dass der Phonoverband denkt, er müsse einen Auszubildenden für den Konsum und das Tauschen von Musik verfolgen und 8000 Euro von ihm verlangen.
Die eigene Zielgruppe zu verklagen, ist der falsche Weg. Im Zeitalter des Internets sind neue Wege gefragt. Eine gute Lösung wäre eine Kultur-Flatrate. Das bewährte Pauschalabgaben-Modell sollte auf Internetzugänge ausgedehnt werden."
"Unser Vorschlag der Kultur-Flatrate stellt die Vergütung der Künstlerinnen und Künstler sicher, ohne breite Bevölkerungsschichten zu kriminalisieren und nutzen die Möglichkeiten des Netzes zum Musikgenuss. Die Strategie der Musikindustrie kann ohnehin nicht erfolgreich sein, ohne dass die Freiheitsrechte der BürgerInnen massiv eingeschränkt werden. Der Versuch, Musik-Tauschen dann letzlich auch auf Schulhöfen und LAN-Partys zu unterbinden, ist ähnlich undurchführbar wie das Verbot des Westfernsehens in der DDR.
Wann kommt endlich die Kultur-Flatrate?", so Beckedahl abschliessend.
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